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Wald im Mai 2026

Mailied – Johann Wolfgang von Goethe

Der Mai beginnt – und mit ihm diese besondere Zeit im Wald, in der sich alles fast gleichzeitig entfaltet.

 

Innerhalb weniger Tage verändert sich der Wald spürbar: Knospen öffnen sich, frisches Grün legt sich wie ein Schleier über die letzten noch kahlen Kronen. Die meisten Zugvögel sind nun zurückgekehrt und aus dem scheinbar stillen Gesträuch wird ein vielstimmiges Konzert.

 

Es ist diese kurze Phase, in der die Natur nicht nur wächst, sondern geradezu aufleuchtet.

 

 

Ein Gefühl, das kaum besser eingefangen werden kann als in den Worten von Johann Wolfgang von Goethe – geschrieben vor über 250 Jahren und doch erstaunlich nah an dem, was sich heute im Wald erleben lässt:

Wie herrlich leuchtet 

Mir die Natur!

Wie glänzt die Sonne!

Wie lacht die Flur!

 

Es dringen Blüten

Aus jedem Zweig

Und tausend Stimmen

Aus dem Gesträuch

 

Und Freud' und Wonne

Aus jeder Brust.

O Erd', o Sonne!

O Glück, o Lust!

 

Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832)

Wenn man doch auch nur so dichten könnte.

 

Nach solchen Worten brauche ich nur die Augen zu schließen – und bin in meinem Wald.

 

Was wird dieses Jahr anders sein?
Werden die neuen Nistkästen zum ersten Mal bezogen?
Sind alle Anpflanzungen angewachsen?
Entdecken wir eine neue Art?

 

Der Mai lockt uns hinaus. Viel Freude im Wald.